Alles richtig gemacht

Auch am dritten und letzten Gipfeltag der G7 im südwestfranzösischen Biarritz war Gastgeber Macron bemüht, den Eindruck eines elitären Zirkels der Mächtigen zu vermeiden. Die abschließenden Arbeitssitzungen zu den Themen Klimaschutz, Ozeane und Artenvielfalt sowie zu den weltweiten Auswirkungen der Digitalisierung fanden in erweiterten Runden statt. Von der Schwere der politischen Themen unbelastet freuten sich die Ehegattinnen der Teilnehmer an dem von Brigitte Macron angeleiteten Damenprogramm am benachbarten Baskenstrand. Vor der Anreise gefragt, hätte Angela Merkel das entspannte Stelldichein mit Melania Trump dem geplanten bilateralen Treffen mit ihrem Ehegatten Donald wohl vorgezogen, hatte doch der streitbare US-Präsident mit der Ankündigung von Zöllen auf chinesische Waren und einem amerikanischen Alleingang im Irankonflikt im Vorfeld des Gipfels für Spannungen gesorgt. Ganz anders vor Ort in Biarritz, wo die Kommunikation zur allgemeinen Überraschung weitgehend konstruktiv verlief. Die nächste Gelegenheit, Vorurteile abzubauen, gab der US-Präsident prompt, indem er die erneute Einladung Angela Merkels zu dem seit Beginn seiner Amtszeit überfälligen Staatsbesuch in Berlin nun endlich zusagte. Trotz demonstrierter Einigkeit wird Biarritz als der G7-Gipfel in die Geschichte eingehen, auf dem es nicht einmal mehr die Absicht zu einem gemeinsamen Schlusskommuniqué gegeben hat. Der gefährdete innere Zusammenhalt der westlichen Welt wird eine Rückbesinnung auf gemeinsame Werte erforderlich machen.