Auftakt G7 Biarritz

Jedenfalls die Baskenstadt Biarritz gab sich zum Auftakt des 45. G7-Gipfels alle Mühe, mit dem südfranzösischem Charme eines malerischen Küstenortes ausgleichend auf die erwarteten Gäste einzuwirken. Vielleicht hatte die Traumkulisse sogar First Lady Melania zur Begleitung ihres Ehemanns bewogen, denn noch am Vortag hatte ihre mögliche Mitreise als ungewiss gegolten. Vor dem Mittagessen mit dem französischen Gastgeber demonstrierte Donald Trump zunächst einmal mehr, dass er auch grimmig schauen kann, fand dann aber doch freundliche Worte über das wunderschöne Biarritz und seinen guten Freund Emmanuel Macron. Das Ringen um gemeinsame Positionen war für die G7 – bis 2014 noch G8 – stets prägend. In Biarritz hat es mit der Koordinierungsrunde der Staats- und Regierungschefs aus den EU-Ländern begonnen. Wie weit das verbindliche Lächeln des neuen englischen Premiers Boris Johnson tragen wird, muss sich in Zeiten des Brexit und der transatlantischen Dissonanzen erweisen. Vielleicht schon beim ersten Arbeitsessen der G7 2019, zu dem Emmanuel und Brigitte Macron die angereisten Staatsgäste vor pittoresker Leuchtturmkulisse begrüßen. Die Lenker der nach ihrer Selbstbeschreibung führenden westlichen Industrienationen wollen sich mit den zahlreichen Krisenherden rund um den Globus befassen. Dass es auch eine andere Sicht auf die zentralen G7-Akteure gibt, zeigt ein Besuch auf dem "Gegengipfel" im 25 km entfernten Hendaye. Dort wünscht man sich von den Mächtigen im mondänen Biarritz vor allem eins: Dass den Worten endlich Taten folgen.