NATO-Gipfel 2018: Merkel zähmt Trump

Auch der Brüsseler NATO-Gipfel 2018 ringt mit einer Neuerung, die Donald Trump erfolgreich in die Weltpolitik eingeführt hat: Diplomatie war einmal und nichts ist sicher. Noch vor der offiziellen Eröffnung kritisierte Präsident Trump höchst undiplomatisch NATO-Partner Deutschland wegen seiner Erdgasimporte aus dem Osten als "Gefangenen Russlands" und veranlasste Kanzlerin Merkel zu einer äußerst ungewöhnlichen Betonung der Souveränität Deutschlands. Vielleicht war seitens des US-Präsidenten aber alles gar nicht so gemeint, denn nach einem Treffen mit Merkel kurz darauf lobte Trump das Verhältnis zu Deutschland und zur Kanzlerin überschwänglich. Auf der nachfolgenden Arbeitssitzung des Nordatlantikrats gelang dann sogar die Verabschiedung eines gemeinsamen Gipfelkommuniqués, wenngleich Donald Trump die Zielmarke nationaler Verteidigungsausgaben gerne über den zwei Prozent des BIP gesehen hätte, welche die Gipfelerklärung bekräftigt. Auch die Symbolik kam in Brüssel übrigens nicht zu kurz: Mit der Wahl des Cinquantenaire-Museums als Dinner-Location hat die NATO wohl ihrem Selbstverständnis als Weltgestaltungsmacht Rechnung getragen: Das monumentale Museum im Brüsseler Jubelpark präsentiert Jahrtausende an Menschheitsgeschichte.