G7 Taormina - 27-05-2017

Die thematische Öffnung für die besonderen Nöte afrikanischer Staaten hatte die G7 - damals noch G8 - bereits im Jahr 2000 vollzogen und so waren etliche Staats- und Regierungschefs vom Schwarzen Kontinent auch zum Abschlusstag des Taormina-Gipfels 2017 nach Sizilien angereist:

"Wir haben hier heute eine sehr erfolgreiche und gute Sitzung mit Vertretern der afrikanischen Länder gehabt. Die italienische Präsidentschaft hat hier den gleichen Schwerpunkt wie wir bei G20. Es ist in Afrika vieles in Bewegung, aber von den afrikanischen Ländern wurde auch noch einmal am Beispiel des Tschadsees deutlich gemacht, dass gerade der Kampf gegen den Klimawandel und die damit zusammenhängende Finanzierung für sie von essentieller Bedeutung ist."

Nicht nur für die afrikanischen Staaten hatte Taormina in Sachen Klimaschutz allerdings eine herbe Enttäuschung parat. Mit seiner verweigerten Unterstützung des Pariser Klimaschutzabkommens sorgte G7-Neuling Donald Trump für ein historisches Novum in der Gipfel-Geschichte: Das G7-Abschluss-Kommuniqué enthält erstmals einen offenen Dissens:

"Hier gibt es eine Situation, dass sechs – wenn Sie die EU dazu nehmen, sieben – zu eins stehen. Das heißt, es gibt bis jetzt keinerlei Anzeichen, ob die Vereinigten Staaten von Amerika im Pariser Abkommen verbleiben werden oder nicht. Demzufolge haben wir hier auch nicht darum herumgeredet, sondern sehr deutlich gemacht, dass wir, die sechs Mitgliedstaaten plus die EU, uns natürlich weiter zu den Zielen bekennen. Wir verweisen auf das Protokoll und die Ergebnisse von Ise-Shima, wo ganz klar das Zwei-Grad-Ziel, die Finanzierung und die Dekarbonisierung im Laufe dieses Jahrhunderts festgelegt wurden."

Dass Wahrnehmung subjektiv ist, bewies Donald Trump bereits unmittelbar nach Ende des Gipfels mit seiner Bewertung des G7-Geschehens als "ungemein produktiv". Ein letztes "Good-bye" an nahe Taormina stationiertes US-Militär - und Trump darf zurück an die Heimatfront.